Für und wider die Bürger:innen

Von Andreas Weigl | Verlag: StudienVerlag

Über das Buch

Die Frage, wer in einer Stadt das Sagen hat, beschäftigt bekanntlich Politik, Verwaltung und die städtische Wählerschaft immer aufs Neue. Das ist freilich kein Thema, welches erst mit der Durchsetzung demokratischer Verhältnisse größere Bedeutung erlangt hätte. Schon mit der Blüte der Städtegründungen im Hochmittelalter kam es zur allmählichen Herausbildung von Bürgergemeinden, die nicht zuletzt auf Basis des wirtschaftlichen Aufschwungs ein eigenes Selbstbewusstsein entwickelten und Selbstbestimmungsrechte gegenüber dem Stadtherrn einforderten. Das Ringen um Macht und Einfluss mündete manchmal sogar in Aufständen, die sich auch gegen innerstädtische Oligarchien mit ihrem Anspruch auf alleinige Vertretung städtischer Rechte richten konnten. Ab dem späten 15. Jahrhundert begannen landesfürstliche Stadtherren gestützt auf den sich herausbildenden \"fiscal-military state\" immer mehr die Oberhand gegenüber dem städtischen Bürgertum zu gewinnen und städtische Autonomie zu begrenzen. Während unterbürgerlichen Schichten bis in die Frühe Neuzeit bei diesen Auseinandersetzungen lediglich die Rolle einer von verschiedenen Fraktionen instrumentalisierten \"Armee zum Schlagen\" zukam, änderte sich dies mit der Entstehung eines städtischen Industrieproletariats. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts sorgte die Kommunalisierung für eine schrittweise Rückgewinnung städtischer Autonomie, allerdings in Abhängigkeit von der Ausweitung der Bürokratie des modernen Flächenstaates. Der Wandel zur partizipativen Demokratie ermöglichte schließlich auch großen Teilen der städtischen Unterschichten ein höheres Maß an Mitbestimmung bei Kommunalwahlen wie auch in weiterer Folge als Teilnehmer von Bürgerinitiativen oder Volksbefragungen. Mit Beiträgen von Peter Csaendes, Roman Czaja, Wolfram Dornik, Helmut Gebhardt, Florian H. Geidner, Holger Th. Gräf, Alfred Joham, Peter F. Kramml, Alexander Łupienko, Andrea Pühringer, Michael Georg Schiestl, Jacqueline Schindler, Walter Schuster, Andreas Weigl und Norbert Weiss.

Ausgaben von Für und wider die Bürger:innen

Hardcover
ISBN 9783706564441
E-Book (EPUB)
ISBN 9783706564717

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Die Frage, wer in einer Stadt das Sagen hat, beschäftigt bekanntlich Politik, Verwaltung und die städtische Wählerschaft immer aufs Neue. Das ist freilich kein Thema, welches erst mit der Durchsetzung demokratischer Verhältnisse größere Bedeutung erlangt hätte. Schon mit der Blüte der Städtegründungen im Hochmittelalter kam es zur allmählichen Herausbildung von Bürgergemeinden, die nicht zuletzt auf Basis des wirtschaftlichen Aufschwungs ein eigenes Selbstbewusstsein entwickelten und Selbstbestimmungsrechte gegenüber dem Stadtherrn einforderten. Das Ringen um Macht und Einfluss mündete manchmal sogar in Aufständen, die sich auch gegen innerstädtische Oligarchien mit ihrem Anspruch auf alleinige Vertretung städtischer Rechte richten konnten. Ab dem späten 15. Jahrhundert begannen landesfürstliche Stadtherren gestützt auf den sich herausbildenden \"fiscal-military state\" immer mehr die Oberhand gegenüber dem städtischen Bürgertum zu gewinnen und städtische Autonomie zu begrenzen. Während unterbürgerlichen Schichten bis in die Frühe Neuzeit bei diesen Auseinandersetzungen lediglich die Rolle einer von verschiedenen Fraktionen instrumentalisierten \"Armee zum Schlagen\" zukam, änderte sich dies mit der Entstehung eines städtischen Industrieproletariats. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts sorgte die Kommunalisierung für eine schrittweise Rückgewinnung städtischer Autonomie, allerdings in Abhängigkeit von der Ausweitung der Bürokratie des modernen Flächenstaates. Der Wandel zur partizipativen Demokratie ermöglichte schließlich auch großen Teilen der städtischen Unterschichten ein höheres Maß an Mitbestimmung bei Kommunalwahlen wie auch in weiterer Folge als Teilnehmer von Bürgerinitiativen oder Volksbefragungen. Mit Beiträgen von Peter Csaendes, Roman Czaja, Wolfram Dornik, Helmut Gebhardt, Florian H. Geidner, Holger Th. Gräf, Alfred Joham, Peter F. Kramml, Alexander Łupienko, Andrea Pühringer, Michael Georg Schiestl, Jacqueline Schindler, Walter Schuster, Andreas Weigl und Norbert Weiss.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in Für und wider die Bürger:innen?

Die Frage, wer in einer Stadt das Sagen hat, beschäftigt bekanntlich Politik, Verwaltung und die städtische Wählerschaft immer aufs Neue. Das ist freilich kein Thema, welches erst mit der Durchsetzung demokratischer Verhältnisse größere Bedeutung erlangt hätte. Schon mit der Blüte der Städtegründungen im Hochmittelalter kam es zur allmählichen Herausbildung von Bürgergemeinden, die nicht zuletzt auf Basis des wirtschaftlichen Aufschwungs ein eigenes Selbstbewusstsein entwickelten und Selbstbestimmungsrechte gegenüber dem Stadtherrn einforderten. Das Ringen um Macht und Einfluss mündete manchmal sogar in Aufständen, die sich auch gegen innerstädtische Oligarchien mit ihrem Anspruch auf alleinige Vertretung städtischer Rechte richten konnten. Ab dem späten 15. Jahrhundert begannen landesfürstliche Stadtherren gestützt auf den sich herausbildenden \"fiscal-military state\" immer mehr die Oberhand gegenüber dem städtischen Bürgertum zu gewinnen und städtische Autonomie zu begrenzen. Während unterbürgerlichen Schichten bis in die Frühe Neuzeit bei diesen Auseinandersetzungen lediglich die Rolle einer von verschiedenen Fraktionen instrumentalisierten \"Armee zum Schlagen\" zukam, änderte sich dies mit der Entstehung eines städtischen Industrieproletariats. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts sorgte die Kommunalisierung für eine schrittweise Rückgewinnung städtischer Autonomie, allerdings in Abhängigkeit von der Ausweitung der Bürokratie des modernen Flächenstaates. Der Wandel zur partizipativen Demokratie ermöglichte schließlich auch großen Teilen der städtischen Unterschichten ein höheres Maß an Mitbestimmung bei Kommunalwahlen wie auch in weiterer Folge als Teilnehmer von Bürgerinitiativen oder Volksbefragungen. Mit Beiträgen von Peter Csaendes, Roman Czaja, Wolfram Dornik, Helmut Gebhardt, Florian H. Geidner, Holger Th. Gräf, Alfred Joham, Peter F. Kramml, Alexander Łupienko, Andrea Pühringer, Michael Georg Schiestl, Jacqueline Schindler, Walter Schuster, Andreas Weigl und Norbert Weiss.

Welche Kernthemen, Tropen oder Sujets werden untersucht in Für und wider die Bürger:innen?

Geschichte und Archäologie > Geschichte > Geschichte: Besondere Ereignisse und Themen > Sozial- und Kulturgeschichte

Kann ich in Für und wider die Bürger:innen hineinlesen?

Hier können Sie eine offizielle Vorschau der wenigen Seiten lesen https://www.book2look.com/book/9783706564441

Wie lang ist Für und wider die Bürger:innen und wie viele Seiten hat es?

Für und wider die Bürger:innen has 352 page(s)

Wer ist der Autor / Wer sind die Autoren des Buches Für und wider die Bürger:innen?

Andreas Weigl

Wer ist der Verleger des Buches Für und wider die Bürger:innen?

StudienVerlag

Wie lauten die ISBN-Nummern für die physische und die digitale Ausgabe?

Für und wider die Bürger:innen ist erhältlich als Hardcover(ISBN 9783706564441) und E-Book (EPUB)(ISBN 9783706564717)

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