Über das Buch
»In diesen Spiegel sollen schauen die Menschen alle, Männer, Frauen« (aus der Vorrede zum »Narrenschiff«)
Mehr als ein halbes Jahrtausend ist dieses Buch alt, Sebastian
Brants »Narrenschiff«. Doch es hat nichts von seiner Faszination,
seiner Anstößigkeit, seiner Lebensweisheit und Menschenklugheit
verloren. Im Jahr 1494 erschien es, ein Bestseller für Generationen, mit vielen Auflagen und Übersetzungen. Ein Spiegel der Unsitten, nicht nur jener Zeit, und damit auch scharfe Kritik an den Mißständen in der damals noch einen christlichen Kirche mit
dem Papst, eine Mahnung zu Anstand und Gemeinsinn. Da begreift
man, warum es zur Reformation eine knappe Generation später
kam, warum sich das Volk von Rom abwandte, und auch, warum
diese Satire eines Ehrenhaften dem Vatikan mißfiel und die
Zensoren diese weltliche Bibel mit schönen Holzschnitten noch
Anfang des 17. Jahrhunderts gern in die Liste der verbotenen
Bücher aufgenommen hätten. Dazu kam es nicht. In die
»Bibliothek« gehört das »Narrenschiff« umso mehr.
Sebastian Brant wurde 1458 in Straßburg geboren. Er begann 1475 sein Studium in Basel, promovierte dort 1489 zum Doktor beider Rechte und lehrte kanonisches und ziviles Recht, seit 1484 auch Poesie. 1492 wurde er Dekan der juristischen Fakultät. 1494 erschien die Moralsatire «Das Narrenschiff», die zu einem europäischen Bestseller wurde. Darin brachte Brant das Krisenbewusstsein der vorreformatorischen Zeit zum Ausdruck.
In über hundert Verskapiteln beschrieb er satirisch ebenso viele Narrentypen als Verkörperungen sozialer und moralischer Normabweichungen. 1499 kehrte er in seine Vaterstadt zurück und war dort von 1503 bis zu seinem Tod 1521 als Stadtschreiber (Kanzler) tätig.
Der Herausgeber:
Heinz-Joachim Fischer ist Berliner und Römer, stammt aus einer Familie mit Wurzeln in Thüringen, Schlesien und Preußen. Nach dem Abitur in Berlin Studien diverser Geisteswissenschaften an der Gregoriana-Universität in Rom und in München. Lizenziat der Theologie; Promotion zum Dr. phil. mit einer religionsphilosophischen Arbeit. 1974 Eintritt in die Politische Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung; von 1978 bis 2009 deren römischer Korrespondent für Italien und den Vatikan. Für seine Arbeit erhielt er mehrere Journalisten-Preise und Ehrungen. Autor zahlreicher Sachbücher und zweier Romane (zuletzt „Mistero“, 2008). In der „Bibliothek der verbotenen Bücher“ gab er bisher heraus: Voltaire „Candide“ (2006), Sebastian Brant „Das Narrenschiff“ (2007), Spinoza „Die Ethik“ (2007) und Victor Hugo „Notre Dame in Paris“ (2008).
Ausgaben von Das Narrenschiff
- Hardcover
- ISBN 9783865391308
Lesen Sie einen Auszug
»In diesen Spiegel sollen schauen die Menschen alle, Männer, Frauen« (aus der Vorrede zum »Narrenschiff«)
Mehr als ein halbes Jahrtausend ist dieses Buch alt, Sebastian
Brants »Narrenschiff«. Doch es hat nichts von seiner Faszination,
seiner Anstößigkeit, seiner Lebensweisheit und Menschenklugheit
verloren. Im Jahr 1494 erschien es, ein Bestseller für Generationen, mit vielen Auflagen und Übersetzungen. Ein Spiegel der Unsitten, nicht nur jener Zeit, und damit auch scharfe Kritik an den Mißständen in der damals noch einen christlichen Kirche mit
dem Papst, eine Mahnung zu Anstand und Gemeinsinn. Da begreift
man, warum es zur Reformation eine knappe Generation später
kam, warum sich das Volk von Rom abwandte, und auch, warum
diese Satire eines Ehrenhaften dem Vatikan mißfiel und die
Zensoren diese weltliche Bibel mit schönen Holzschnitten noch
Anfang des 17. Jahrhunderts gern in die Liste der verbotenen
Bücher aufgenommen hätten. Dazu kam es nicht. In die
»Bibliothek« gehört das »Narrenschiff« umso mehr.
Sebastian Brant wurde 1458 in Straßburg geboren. Er begann 1475 sein Studium in Basel, promovierte dort 1489 zum Doktor beider Rechte und lehrte kanonisches und ziviles Recht, seit 1484 auch Poesie. 1492 wurde er Dekan der juristischen Fakultät. 1494 erschien die Moralsatire «Das Narrenschiff», die zu einem europäischen Bestseller wurde. Darin brachte Brant das Krisenbewusstsein der vorreformatorischen Zeit zum Ausdruck.
In über hundert Verskapiteln beschrieb er satirisch ebenso viele Narrentypen als Verkörperungen sozialer und moralischer Normabweichungen. 1499 kehrte er in seine Vaterstadt zurück und war dort von 1503 bis zu seinem Tod 1521 als Stadtschreiber (Kanzler) tätig.
Der Herausgeber:
Heinz-Joachim Fischer ist Berliner und Römer, stammt aus einer Familie mit Wurzeln in Thüringen, Schlesien und Preußen. Nach dem Abitur in Berlin Studien diverser Geisteswissenschaften an der Gregoriana-Universität in Rom und in München. Lizenziat der Theologie; Promotion zum Dr. phil. mit einer religionsphilosophischen Arbeit. 1974 Eintritt in die Politische Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung; von 1978 bis 2009 deren römischer Korrespondent für Italien und den Vatikan. Für seine Arbeit erhielt er mehrere Journalisten-Preise und Ehrungen. Autor zahlreicher Sachbücher und zweier Romane (zuletzt „Mistero“, 2008). In der „Bibliothek der verbotenen Bücher“ gab er bisher heraus: Voltaire „Candide“ (2006), Sebastian Brant „Das Narrenschiff“ (2007), Spinoza „Die Ethik“ (2007) und Victor Hugo „Notre Dame in Paris“ (2008).
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in Das Narrenschiff?
»In diesen Spiegel sollen schauen die Menschen alle, Männer, Frauen« (aus der Vorrede zum »Narrenschiff«)
Mehr als ein halbes Jahrtausend ist dieses Buch alt, Sebastian
Brants »Narrenschiff«. Doch es hat nichts von seiner Faszination,
seiner Anstößigkeit, seiner Lebensweisheit und Menschenklugheit
verloren. Im Jahr 1494 erschien es, ein Bestseller für Generationen, mit vielen Auflagen und Übersetzungen. Ein Spiegel der Unsitten, nicht nur jener Zeit, und damit auch scharfe Kritik an den Mißständen in der damals noch einen christlichen Kirche mit
dem Papst, eine Mahnung zu Anstand und Gemeinsinn. Da begreift
man, warum es zur Reformation eine knappe Generation später
kam, warum sich das Volk von Rom abwandte, und auch, warum
diese Satire eines Ehrenhaften dem Vatikan mißfiel und die
Zensoren diese weltliche Bibel mit schönen Holzschnitten noch
Anfang des 17. Jahrhunderts gern in die Liste der verbotenen
Bücher aufgenommen hätten. Dazu kam es nicht. In die
»Bibliothek« gehört das »Narrenschiff« umso mehr.
Sebastian Brant wurde 1458 in Straßburg geboren. Er begann 1475 sein Studium in Basel, promovierte dort 1489 zum Doktor beider Rechte und lehrte kanonisches und ziviles Recht, seit 1484 auch Poesie. 1492 wurde er Dekan der juristischen Fakultät. 1494 erschien die Moralsatire «Das Narrenschiff», die zu einem europäischen Bestseller wurde. Darin brachte Brant das Krisenbewusstsein der vorreformatorischen Zeit zum Ausdruck.
In über hundert Verskapiteln beschrieb er satirisch ebenso viele Narrentypen als Verkörperungen sozialer und moralischer Normabweichungen. 1499 kehrte er in seine Vaterstadt zurück und war dort von 1503 bis zu seinem Tod 1521 als Stadtschreiber (Kanzler) tätig.
Der Herausgeber:
Heinz-Joachim Fischer ist Berliner und Römer, stammt aus einer Familie mit Wurzeln in Thüringen, Schlesien und Preußen. Nach dem Abitur in Berlin Studien diverser Geisteswissenschaften an der Gregoriana-Universität in Rom und in München. Lizenziat der Theologie; Promotion zum Dr. phil. mit einer religionsphilosophischen Arbeit. 1974 Eintritt in die Politische Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung; von 1978 bis 2009 deren römischer Korrespondent für Italien und den Vatikan. Für seine Arbeit erhielt er mehrere Journalisten-Preise und Ehrungen. Autor zahlreicher Sachbücher und zweier Romane (zuletzt „Mistero“, 2008). In der „Bibliothek der verbotenen Bücher“ gab er bisher heraus: Voltaire „Candide“ (2006), Sebastian Brant „Das Narrenschiff“ (2007), Spinoza „Die Ethik“ (2007) und Victor Hugo „Notre Dame in Paris“ (2008).
Welche Kernthemen, Tropen oder Sujets werden untersucht in Das Narrenschiff?
Belletristik und verwandte Gebiete > Belletristik: allgemein und literarisch, nicht nach Genre
Kann ich in Das Narrenschiff hineinlesen?
Hier können Sie eine offizielle Vorschau der wenigen Seiten lesen https://www.book2look.com/book/9783865391308
Wer ist der Autor / Wer sind die Autoren des Buches Das Narrenschiff?
Sebastian Brant
Wie lauten die ISBN-Nummern für die physische und die digitale Ausgabe?
Das Narrenschiff ist erhältlich als Hardcover(ISBN 9783865391308)