Über das Buch
Ein endlich wiederentdeckter Roman, Bestseller in Italien aus dem Jahr 1953 über die Allmacht patriarchaler Strukturen, die tragende Rolle der Frau und Mutter bei deren Erhalt, und über die Mafia, die um jeden Preis als atmosphärische »Naturgegebenheit« die Gesellschaft im Griff hielt. Bei seinem Erscheinen galt das Buch als skandalös, weil darin ein Geschwisterinzest thematisiert wird. Ein »Skandal« aber war es, weil hier eine Frau über die Mafia schreibt, »und die ist ein Tabu, besonders in der Literatur«. Offiziell existierte die Mafia nicht. So dröhnte es seinerzeit auch von den Kirchenkanzeln. Wie mächtig und aufs Wirksamste mit den weltlichen Mächten verbunden die Kirche in Sizilien war, lässt sich u. a. in Leonardo Sciascias Mafia-Roman Tag der Eule (Il giorno della civetta, 1961) ablesen: Darin ist die Figur des anonymen hohen Prälaten leicht identifizierbar mit dem Erzbischof von Palermo, Ernesto Ruffini, jenem »unbeugsamen Verfechter der Nicht-Existenz der Mafia« (Giuseppe Traina). Dieses Erzählwerk galt bislang als das erste, in dem die Mafia Hauptthema ist – und so ist der Kanon nun neu zu setzen. De Stefani schildert in einem »Ton von bestechender Unerschrockenheit« (Eugenio Montale) Aufstieg und Fall von Casimiro Badalamenti, einem Mann mit starken Leidenschaften und dem »angeborenen Sinn für Autorität und Verdienst der Männer«. Er ist Besitzer eines Weinbergs mit schwarzen Trauben, einer absoluten Rarität in der Gegend von Alcamo, berühmt für ihren Weißwein. Der Weinberg ist das materielle, ideelle, mystische Zentrum seines Lebens. Alles ordnet sich ihm unter. Schwarz ist auch sein Wille, in der Hierarchie der Mafia aufzusteigen. Um jeden Preis – selbst um den, (für längere Zeit) seinen Weinberg zu opfern – muss er dieser allmächtigen »ehrenwerten« Gesellschaft angehören. Aus obskuren Gründen unmittelbar nach dem Tod des Vaters und des Bruders, die irrtümlich in einem Hinterhalt ermordet wurden, verlässt er dieses Zentrum und nistet sich in der »Fremde« ein, in Cinisi bei Concetta, einer verrufenen Frau, verfällt ihrem »marmorweißen Fleisch«. Nachwuchs will er keinen, doch seine Schwachstelle ausmachend – »Mutter Natur hatte ihn als Drohne erschaffen, er kann sich nur mit einem einzigen Weibchen paaren« –, versteht sie es, seinen Manneswahn zu reizen, gebärt ihm vier Kinder, die er gleich nach der Geburt zu Familien im Umland gibt. In der Fremde verschafft er sich mit viel krimineller Energie eine gefürchtete Position. Doch für den wahren Ehrenmann braucht es den bürgerlichen Anschein: machtberauscht ehelicht er Concetta Jahre später, reißt drei der vier Kinder an sich. Und eine Tragödie biblischen Ausmaßes nimmt ihren Verlauf. Die zwei Erstgeborenen, Nicola und Rosaria, finden in Liebe zueinander, als der Vater den Stammhalter immer wieder in Ketten legt, um ihn an der Flucht zu hindern. Die sich bald abzeichnenden Folgen der Liebe sind Schande und größter Verrat an Casimiros Ehre und nur mit Blut reinzuwaschen. So inszenier
Ausgaben von Trauben schwarz wie Blut
- Hardcover
- ISBN 9783949558443
- E-Book (EPUB)
- ISBN 9783751880794
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Ein endlich wiederentdeckter Roman, Bestseller in Italien aus dem Jahr 1953 über die Allmacht patriarchaler Strukturen, die tragende Rolle der Frau und Mutter bei deren Erhalt, und über die Mafia, die um jeden Preis als atmosphärische »Naturgegebenheit« die Gesellschaft im Griff hielt. Bei seinem Erscheinen galt das Buch als skandalös, weil darin ein Geschwisterinzest thematisiert wird. Ein »Skandal« aber war es, weil hier eine Frau über die Mafia schreibt, »und die ist ein Tabu, besonders in der Literatur«. Offiziell existierte die Mafia nicht. So dröhnte es seinerzeit auch von den Kirchenkanzeln. Wie mächtig und aufs Wirksamste mit den weltlichen Mächten verbunden die Kirche in Sizilien war, lässt sich u. a. in Leonardo Sciascias Mafia-Roman Tag der Eule (Il giorno della civetta, 1961) ablesen: Darin ist die Figur des anonymen hohen Prälaten leicht identifizierbar mit dem Erzbischof von Palermo, Ernesto Ruffini, jenem »unbeugsamen Verfechter der Nicht-Existenz der Mafia« (Giuseppe Traina). Dieses Erzählwerk galt bislang als das erste, in dem die Mafia Hauptthema ist – und so ist der Kanon nun neu zu setzen. De Stefani schildert in einem »Ton von bestechender Unerschrockenheit« (Eugenio Montale) Aufstieg und Fall von Casimiro Badalamenti, einem Mann mit starken Leidenschaften und dem »angeborenen Sinn für Autorität und Verdienst der Männer«. Er ist Besitzer eines Weinbergs mit schwarzen Trauben, einer absoluten Rarität in der Gegend von Alcamo, berühmt für ihren Weißwein. Der Weinberg ist das materielle, ideelle, mystische Zentrum seines Lebens. Alles ordnet sich ihm unter. Schwarz ist auch sein Wille, in der Hierarchie der Mafia aufzusteigen. Um jeden Preis – selbst um den, (für längere Zeit) seinen Weinberg zu opfern – muss er dieser allmächtigen »ehrenwerten« Gesellschaft angehören. Aus obskuren Gründen unmittelbar nach dem Tod des Vaters und des Bruders, die irrtümlich in einem Hinterhalt ermordet wurden, verlässt er dieses Zentrum und nistet sich in der »Fremde« ein, in Cinisi bei Concetta, einer verrufenen Frau, verfällt ihrem »marmorweißen Fleisch«. Nachwuchs will er keinen, doch seine Schwachstelle ausmachend – »Mutter Natur hatte ihn als Drohne erschaffen, er kann sich nur mit einem einzigen Weibchen paaren« –, versteht sie es, seinen Manneswahn zu reizen, gebärt ihm vier Kinder, die er gleich nach der Geburt zu Familien im Umland gibt. In der Fremde verschafft er sich mit viel krimineller Energie eine gefürchtete Position. Doch für den wahren Ehrenmann braucht es den bürgerlichen Anschein: machtberauscht ehelicht er Concetta Jahre später, reißt drei der vier Kinder an sich. Und eine Tragödie biblischen Ausmaßes nimmt ihren Verlauf. Die zwei Erstgeborenen, Nicola und Rosaria, finden in Liebe zueinander, als der Vater den Stammhalter immer wieder in Ketten legt, um ihn an der Flucht zu hindern. Die sich bald abzeichnenden Folgen der Liebe sind Schande und größter Verrat an Casimiros Ehre und nur mit Blut reinzuwaschen. So inszenier
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in Trauben schwarz wie Blut?
Ein endlich wiederentdeckter Roman, Bestseller in Italien aus dem Jahr 1953 über die Allmacht patriarchaler Strukturen, die tragende Rolle der Frau und Mutter bei deren Erhalt, und über die Mafia, die um jeden Preis als atmosphärische »Naturgegebenheit« die Gesellschaft im Griff hielt. Bei seinem Erscheinen galt das Buch als skandalös, weil darin ein Geschwisterinzest thematisiert wird. Ein »Skandal« aber war es, weil hier eine Frau über die Mafia schreibt, »und die ist ein Tabu, besonders in der Literatur«. Offiziell existierte die Mafia nicht. So dröhnte es seinerzeit auch von den Kirchenkanzeln. Wie mächtig und aufs Wirksamste mit den weltlichen Mächten verbunden die Kirche in Sizilien war, lässt sich u. a. in Leonardo Sciascias Mafia-Roman Tag der Eule (Il giorno della civetta, 1961) ablesen: Darin ist die Figur des anonymen hohen Prälaten leicht identifizierbar mit dem Erzbischof von Palermo, Ernesto Ruffini, jenem »unbeugsamen Verfechter der Nicht-Existenz der Mafia« (Giuseppe Traina). Dieses Erzählwerk galt bislang als das erste, in dem die Mafia Hauptthema ist – und so ist der Kanon nun neu zu setzen. De Stefani schildert in einem »Ton von bestechender Unerschrockenheit« (Eugenio Montale) Aufstieg und Fall von Casimiro Badalamenti, einem Mann mit starken Leidenschaften und dem »angeborenen Sinn für Autorität und Verdienst der Männer«. Er ist Besitzer eines Weinbergs mit schwarzen Trauben, einer absoluten Rarität in der Gegend von Alcamo, berühmt für ihren Weißwein. Der Weinberg ist das materielle, ideelle, mystische Zentrum seines Lebens. Alles ordnet sich ihm unter. Schwarz ist auch sein Wille, in der Hierarchie der Mafia aufzusteigen. Um jeden Preis – selbst um den, (für längere Zeit) seinen Weinberg zu opfern – muss er dieser allmächtigen »ehrenwerten« Gesellschaft angehören. Aus obskuren Gründen unmittelbar nach dem Tod des Vaters und des Bruders, die irrtümlich in einem Hinterhalt ermordet wurden, verlässt er dieses Zentrum und nistet sich in der »Fremde« ein, in Cinisi bei Concetta, einer verrufenen Frau, verfällt ihrem »marmorweißen Fleisch«. Nachwuchs will er keinen, doch seine Schwachstelle ausmachend – »Mutter Natur hatte ihn als Drohne erschaffen, er kann sich nur mit einem einzigen Weibchen paaren« –, versteht sie es, seinen Manneswahn zu reizen, gebärt ihm vier Kinder, die er gleich nach der Geburt zu Familien im Umland gibt. In der Fremde verschafft er sich mit viel krimineller Energie eine gefürchtete Position. Doch für den wahren Ehrenmann braucht es den bürgerlichen Anschein: machtberauscht ehelicht er Concetta Jahre später, reißt drei der vier Kinder an sich. Und eine Tragödie biblischen Ausmaßes nimmt ihren Verlauf. Die zwei Erstgeborenen, Nicola und Rosaria, finden in Liebe zueinander, als der Vater den Stammhalter immer wieder in Ketten legt, um ihn an der Flucht zu hindern. Die sich bald abzeichnenden Folgen der Liebe sind Schande und größter Verrat an Casimiros Ehre und nur mit Blut reinzuwaschen. So inszenier
Welche Kernthemen, Tropen oder Sujets werden untersucht in Trauben schwarz wie Blut?
Belletristik und verwandte Gebiete > Belletristik: allgemein und literarisch, nicht nach Genre > Moderne und zeitgenössische Belletristik: allgemein und literarisch
Kann ich in Trauben schwarz wie Blut hineinlesen?
Hier können Sie eine offizielle Vorschau der wenigen Seiten lesen https://www.book2look.com/book/9783949558443
Ist Trauben schwarz wie Blut Teil einer Reihe, und lässt es sich als eigenständiges Werk lesen?
Ja, es ist Teil einer Serie Edition Converso
Wer ist der Autor / Wer sind die Autoren des Buches Trauben schwarz wie Blut?
Livia de Stefani
Wie lauten die ISBN-Nummern für die physische und die digitale Ausgabe?
Trauben schwarz wie Blut ist erhältlich als Hardcover(ISBN 9783949558443) und E-Book (EPUB)(ISBN 9783751880794)
Wo kann ich Trauben schwarz wie Blut kaufen?
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